In eigener Sache


Sehr verehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,

Zunächst möchte ich mich an dieser Stelle für das bislang entgegen-
gebrachte Vertrauen für meine ärztliche Tätigkeit ganz herzlich bedanken.

Die dramatischen Veränderungen im Gesundheitswesen sind Ihnen durch
die Berichterstattung in Presse, Funk und Fernsehen nicht verborgen ge-
blieben. Vor allem die Proteste der Hausärzteschaft haben nachhaltig ins
Gedächtnis gerufen, dass eine patientenzentrierte Medizin unter den Be-
dingungen von Budgetgrenzen und Gesundheitsfonds in Zukunft nicht
mehr gewährleistet werden kann.

Im Rückblick auf eine 34-jährige Laufbahn mit Studium, doppelter Facharzt-
ausbil-dung und langjähriger Tätigkeit auch in Leitungsfunktion an großen
Kliniken und an der Universität bemerke ich mit Verwunderung, dass meine fachärztliche Arbeit im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in
den letzten drei Jahren immer schlechter honoriert und daher in zunehmen-
dem Maße defizitär geworden ist.

Besonders operative Leistungen müssen zu immer weiter sinkenden Punkt-
werten erbracht werden. Die Vergütungshöhe steht oft erst bis zu einem
halben Jahr nach der Leistungserbringung fest, und fällt von Quartal zu Quartal. Gleichzeitig müssen immer höhere gesetzliche Vorgaben erfüllt
und Dokumentationspflichten erbracht werden. So mussten wir zuletzt fest-
stellen, dass jeder ambulante operative Eingriff beim gesetzlich versicherten
Patienten mit durchschnittlich 200 € aus eigenen Mitteln bezuschusst wird.

Dies heißt im Klartext, dass nicht nur Raummiete, Personal- und Sachkosten
durch die Vergütungen, die über die Kassenärztliche Vereinigung ausgeschü-
ttet werden, nicht mehr gedeckt sind. Ein Arzthonorar wird schon gar nicht
mehr bezahlt. Vielmehr muss der Arzt für jede Operation, die er ambulant
durchführt, Geld mitbringen.

Es ist offensichtlich, dass diese wirtschaftliche Situation auf Dauer untragbar
ist. Besserung ist nicht in Sicht. Vielmehr wird die Einführung des von der
Großen Koalition beschlossenen Gesundheitsfonds im Jahre 2009 die Situa-
tion noch weiter verschärfen.

Daher habe ich mich entschlossen, meine Zulassung als Vertragsarzt der
gesetzlichen Krankenkassen zum 30.6.2008 zurück zu geben und in Zukunft
vorwiegend auf der Basis privater Vereinbarungen ärztlich tätig zu sein. Mit
meinen bisherigen Partnern habe ich mich in diesem Sinne einvernehmlich
verglichen.

Ich möchte auf diese Weise sicherstellen, die notwendige Zeit für das ärzt-
liche Gespräch mit Ihnen als meinem Patienten zur Verfügung zu haben.
Gleichzeitig kann ich durch diese Maßnahme garantieren, dass ich meine
hochspezialisierte Arbeit auch in Zukunft mit dem Anspruch auf exzellente
Qualität und Teilhabe am medizinischen Fortschritt erbringen kann.

Der Ort meiner Tätigkeit verlagert sich nach München-Unterhaching (direkt
am S-Bahnhof der S5 nach Holzkirchen), wo meine Praxis eingebettet ist in
ein medizinisches Dienstleistungszentrum mit weiteren Praxen, u. a. Radio-
logie mit Kernspin (MRT), Neurologie, Innere Medizin, Physiotherapie, Apo-
theke und weiteren Einrichtungen.

Zusätzlich biete ich eine Konsiliarsprechstunde in Rosenheim (2 km entfernt
von der A8) im Rahmen einer orthopädischen Facharztgruppe an. Dort be-
steht auch die Möglichkeit, in der Hochriesklinik ambulante und stationäre
Operationen durchzuführen.

Ich werde persönlich weiterhin vor allem für die Hüft-, Knie-, Hand- und Fuß-
chirurgie zuständig sein. Weitere Schwerpunkte sind Knorpelbehandlungen,
die Endoprothetik und die arthroskopische Gelenkchirurgie.

Alle operativen Eingriffe und Behandlungen bei Risikopatienten führe ich wei-
ter wie bisher in meiner Kooperationsklinik, der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
durch. Für Privatpatienten steht dort eine ganz neu eingerichtete, moderne
Privatstation zur Verfügung. Durch die eng verzahnte Zusammenarbeit mit
den Ärzten der dortigen Hauptabteilungen und die Nähe meines Wohnortes
ist die kontinuierliche Versorgung meiner Patienten optimal gewährleistet.

Stationäre Behandlungen bei gesetzlich versicherten Patienten mit und ohne
private Zusatzversicherung können weiterhin problemlos von mir durchge-
führt werden, in vielen Fällen auch ohne Zuzahlung durch den Patienten.

Als besondere Dienstleistung möchte ich die "Einholung einer Zweitmeinung"
mit ausführlicher Beratung etablieren. Dadurch wird dem Umstand Rech-
nung getragen, dass viele durch die Informationsüberflutung verunsicherte
Patienten, aber auch ärztliche Kollegen, auf diesem Weg eine Lotsenfunktion
im orthopädisch-chirurgischen Bereich für andernorts bereits vorgeschlage-
ne Behandlungspfade angeboten bekommen.

Bitte scheuen Sie sich nicht, mich im Einzelfall anzurufen, um mit Ihnen die
Möglichkeiten erörtern zu können. Ich freue mich darauf, für Sie ganz per-
sönlich in Zukunft mehr Zeit zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr


dr_magin
Dr. med. Michael N. Magin

Facharzt für Chirurgie
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie