Dupuytrenkontraktur
Darunter versteht man eine zunehmende abnorme Vernarbung der
natürlich
vorkommenden Bindegewebezüge der Hohlhand, der Palm-
ar-fibromatose.
Dadurch kommt es zu Einziehungen der Haut, späte
auch einzelner
oder mehrerer Finger, die sich im Spätstadium nicht
mehr strecken
lassen. Die narbige Ummantelung der Fingernerven
führt oft
zu einem Taubheitsgefühl.
In Deutschland leiden 1 – 2 Millionen
Menschen an der Erkrankung.
Männer sind etwa 6 – 8 mal häufiger betroffen als
Frauen.
Geneti-
sche Ursachen stehen im Vordergrund. Zuckerkrankheit
(Diabetes
mellitus) und toxische Einflüsse (Alkohol) können das
Auftreten der
Erkrankung begünstigen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur
Fingergelenkversteifung,
so dass selbst die Entfernung der Bindege-
webeplatte nicht mehr
zur freien Streckung der Finger führt.
Die Operation wird empfohlen
ab einem Streckdefizit in den Finger-
gelenken
von etwa 30°. Da die Erkrankung selbst bei sorgfältiger
Durchführung der Operation, die in einer minutiösen Entfernung
der
Narbenzüge im Unterhautgewebe besteht, zum Wiederkehren
neigt,
macht die vorbeugende Entfernung in einem früheren
Stadium kei-
nen Sinn.
Je früher derartige Kontrakturen im Leben
auftreten, umso eher sind
Rezidive (Wiedererkrankungen) zu befürchten. Deswegen
empfeh-
len wir als vorbeugende Maßnahme in bestimmten Fällen
die soge-
nannte antiproliferative Bestrahlung. Auch an anderen Körperstellen
können
derartige spontane Bindegewebskontrakturen auftreten. Bin-
degewebewucherungen auf
der Streckseite der Fingergelenke nennt
man knuckle pads. An der
Fußsohle
spricht man von der Planta-
rfibromatose oder dem Morbus Ledderhose,
am Penis kann es zu einer Verkrümmung, der Induratio penis
plastica, kommen.








