Gelenkknorpelschaden -
Hoffnung durch Knorpeltransplantation
Knorpelschäden in den belasteten Gelenken führen häufig
zu an-
haltenden Beschwerden bei Belastung und Bewegung. Das am
meisten betroffene Gelenk ist hier das Kniegelenk, gefolgt vom
Sprunggelenk, Ellenbogengelenk und Hüftgelenk.
Was tun beim Knorpelschaden?
Hier muss man unterscheiden zwischen einer reinen Abnützung
im Sinne einer Degeneration oder Arthrose, welches häufiger
beim
älteren
Patienten zu finden ist und einer unfallbedingten Knorpel-
schädigung. Beim Ersteren ist der Knorpel und die umgebenden
Strukturen sozusagen
von innen heraus krank, wobei wir die Ur-
sache dieser Arthrose bis heute nicht kennen, der Unfall trifft meist
auf umgebende gesunde
Knorpelstrukturen. Die Feststellung des
Schädigungsausmaßes gelingt einigermaßen durch eine Kernspin-
tomographie, eine exakte Beurteilung ist nur
durch eine Gelenk-
spiegelung (Arthroskopie) möglich. Solch
eine Spiegelung sollte
dann möglichst direkt in gleicher Sitzung entsprechende
Knorpel-
aufbaumaßnahmen nach sich ziehen.
Was ist hier heute möglich?
Durch eine Anfrischung des Knorpeluntergrundes (sog. Mikrofrak-
turierung oder Abrasionschondroplastik) kann eine Ersatzknorpel-
bildung
angeregt werden. Dieser Knorpelersatz hat aber leider kei-
ne so
guten Eigenschaften wie der gesunde unverletzte Knorpel.
Besser
ist eine Knorpelverpflanzung bzw. Transplantation. Hierbei
werden
Knorpel/ Knochenzylinder aus weniger belasteten Bezirken
des
Gelenkes entnommen und an die geschädigte Stelle einge-
pflanzt (sog. Mosaikplastik).
Von der Knorpeltransplantation bis zur Bioprothese
Sehr gute Ergebnisse werden inzwischen auch mit der Knorpelzell-
transplantation erreicht. Bei diesem faszinierenden Verfahren wird
ein
wenig gesunder Knorpel beim Patienten gewonnen, dann wer-
den die
Knorpelzellen im Labor gezüchtet, wobei sie sich vermeh-
ren und sozusagen eine Verjüngungskur mitmachen, um dann in
einer weiteren Operation wieder eingepflanzt zu werden. Mit den neusten Verfahren ist sogar
eine dreidimensionale Rekonstruktion
möglich, es bildet sich
nachgewiesenermaßen schöner elastischer
Knorpel . Man kann dies
auch als Bioprothese bezeichnen. Bei Ge-
lenkfehlstellungen müssen diese
zur Verbesserung
der biomecha-
nischen Situation operativ korrigiert werden.
Welche Rolle spielen "Knorpelaufbau- Spritzen"?
Die Knorpelregeneration wird hierdurch leider nicht wesentlich
ge-
fördert. Über eine Entzündungshemmung und bessere
Gelenk-
schmierung kannes nach solch einer Spritzenkur jedoch zu
einer
Beschwerdelinderung kommen. Bei einer massiven Schädigung
meist im Sinne einer fortgeschrittenen Arthrose hilft nur noch ein
Gelenkflächenersatz.
Der wissenschaftliche Fortschritt der letzten
Jahre ermöglicht
somit in vielen Fällen eine tatsächliche Knorpel-
wiederherstellung
mit voller Belastbarkeit und guter Langzeit-
prognose.
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Orthopädische Chirurgie am Knie
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