X- oder O-Bein-Fehlstellungen
Ursachen von Fehlstellungen der Beinachsen
Sie
sind häufig angeboren
und können ein- oder doppelseitig be-
reits im Kindesalter oder
in der Jugend in Erscheinung treten. Je
früher eine derartige
Fehlstellung sich bemerkbar macht, desto
eher führt sie,
unbehandelt, in den meisten Fällen zur zunächst ein-
seitigen,
später zur generalisierten
Arthrose. Weitere Ursachen
können Rißbildungen am Meniskus und die nachfolgende Menis-
kusentfernung sein. Dabei wird dem Gelenk
quasi der Unterlegkeil
entzogen, wodurch die Fehlstellung generiert
wird. Innenmeniskus-
entfernungen führen demnach zur O-Beinfehlstellung (Varusgon-
arthrose), Außenmeniskusentfernungen eher zur X-Bein-fehlstel-
lung (Valgusgonarthrose). O-Beinfehlstellungen sind im übrigen
etwa 10mal häufiger als X-Beinfehlstellungen. Weitere
häufige Ur-
sachen sind die Folgen von Frakturen an Ober- oder Unterschen-
kel, besonders aber auch Frakturen an den Gelenkflächen des
Kniegelenkes insbesondere sog. Schienbeinkopfbrüche, welche
entweder in primärer Fehlstellung verheilen oder zu einer sekun-
därer
Sinterung geführt haben. Die Notwendigkeit zur Umstellungs-
osteotomie erkennt man durch die klinische Untersuchung, durch
die Röntgenuntersuchung insbesondere durch Ganzbeinaufnah-
men, welche die Rekonstruktion der Hauptbelastungsachse ermög-
licht. Voraussetzung
ist in der Regel, daß der in Zukunft verstärkt
belastete Teil des Gelenkes weitgehend intakt ist. Bei einer fortge-
schrittenen Arthrose, die alle Gelenkabschnitte umfaßt, ist eine
Korrektur
der Beinachse nicht sinnvoll.
Behandlungsziel
Ziel der Behandlung ist bei einer angeborenen oder
erworbenen
X- oder O-Beinfehlstellung die Vermeidung einer Arthrose. Ist eine
Arthrose bereits eingetreten, soll ihre Verschlimmerung verhindert
werden. Bei einer X- oder O-Beinfehlstellung kann die verstärkte
einseitige Gelenkbelastung durch eine Korrektur der Beinachsen
verhindert werden. Durch diese Maßnahme kann der Druck wieder
gleichmäßig auf beide Gelenkfächer verteilt werden. Eine arthos-
kopische
Maßnahme im Kniegelenk kann die Beinachse nicht be-
ei nflussen. Stattdessenkönnte durch die Entfernung
oder Teil-
entfernung des Meniskus auf der betroffenen Seite die
Fehlstel-
lung
sogar eher noch zunehmen.
Die Operation
Die Korrektur erfolgt nach Möglichkeit immer
am Scheitelpunkt der
Fehlstellung. Bei einer O-Beinverbiegung (Varusgonarthrose)
wird
die Korrektur in der Regel am Schienbeinkopf durchgeführt.
Bei ei-
ner X-Beinfehlstellung (Valgusgonarthrose) wird meistens eine Kor-
rektur
am Oberschenkel erforderlich. Zur Durchführung einer Achs-
korrektur
ist es notwendig, den Knochen mit speziellen Knochen-
meißeln
und einer sog. oszillierenden Säge zu durchtrennen, um
entweder
einen Knochenkeil zu entnehmen oder einen Keil einzu-
setzen. Dieser Knochenschnitt (Osteotomie) muß dann bis zur Aus-
heilung entweder mit Platten
und Schrauben oder Knochenklam-
mern gesichert werden. Im Prinzip muß eine
derartige Osteotomie
wie ein Knochenbruch wieder zusammenheilen, was normalerwei-
se 6 - 8 Wochen bis zur vollen Belastbarkeit erfordert. Ist der Kno-
chen zusammengewachsen, was man im Röntgenbild erkennen
kann, darf das Bein zunehmend
belastet werden. Einschränkun-
gen ergeben sich nach vollständiger
Ausheilung in der Regel nicht.
Komplikationen
Komplikationen sind selten. Insbesondere sind Infektionen
sowie
Blutgerinnselbildungen und Verschleppungen (Thrombose, Em-
bolie) möglich,
aber durch entsprechende vorbeugende Maßnah-
men in ihrer Häufigkeit
extrem selten. In seltenen Fällen kann es
auch zu einer Nachblutung
(Blutergussbildung) oder zu einer Ver-
zögerung der Osteotomieheilung kommen, welche einen die Hei-
lung unterstützenden
Eingriff erforderlich machen kann.
Nach dem Eingriff
Üblicherweise ist ein stationärer Aufenthalt
von ca. 1 Woche erfor-
derlich. Von Anfang an darf das Bein mit 20 kg teilbelastet werden,
wobei spätestens nach 6 Wochen in Abhängigkeit vom Röntgenbe-
fund die Belastung gesteigert wird. Normalerweise kann nach
10-12 Wochen die Vollbelastung erreicht werden. Bis der knöcher-
ne Heilungsprozess abgeschlossen ist, erfolgen Maßnahmen
zur
Muskelkräftigung und Krankengymnastik, wobei das Gelenk von
Anfang an bewegt werden darf, sowie abschwellende Massagen (Lymphdrainagen).
Arbeits- und Sportfähigkeit
Viele, vor allem beruflich selbstständige Patienten gehen
bereits
zwei Wochen nach dem Eingriff unter Verwendung von Gehstützen
wieder ihrer Arbeit nach. Bei Operationen am linken Bein, kann
bei
Verwendung eines Automatikwagens das Fahrzeug sofort wieder
geführt werden. Bei Eingriffen am rechten Bein und bei Verwen-
dung eines Wagens mit Schaltgetriebe muß allerdings die knöcher-
ne Heilung abgewartet werden.
Sportarten
Insbesondere Schwimmen kann nach erfolgter Wundheilung späte-
stens nach zwei Wochen erfolgen. Alle anderen Sportarten setzen
die knöcherne Heilung voraus. In der Regel kommt es durch
die ver-
besserte Belastungsverteilung im Kniegelenk, vor allem bei
beste-
hender Arthrose, zu einer deutlichen Besserung der Beschwerde-
symptomatik und damit auch der Belastungsfähigkeit.
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Orthopädische Chirurgie am Knie
• Arthrose am Knie
• Gelenkknorpelschaden
• Kreuzbandriß/
Kreuzbandplastik
• Knie-Endoprothetik
• Meniskus
• Korrektur von X- oder
O-Beinen
• Arthroskopische Knie-OP









Je
nach Art der Fehlstellung