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Häufige Ursachen für den Schmerz an der Schulter

Unfallfolgen - Sportverletzungen: An frischen Verletzungen des
Schultergelenkes und Schultergürtels sehen wir am häufigsten
Schlüsselbeinbrüche, Brüche am Oberarmkopf, Verletzungen der
Sehnen und Bänder, beispielsweise mit Instabilität im Schultereck-
gelenk und frische, wie auch wiederkehrende Schulterausrenkun-
gen. Überlastungsbeschwerden an der Schulter inbesonders im
Sport bedürfen meist einer differenzierten Diagnostik, um die erfor-
derlichen Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können.
Chronische Schulterschmerzen: Im Rahmen der Diagnostik bei
Schulterschmerzen, denen kein Unfallereignis vorausging, muß
zwischen ausstrahlenden Beschwerden, ausgehend von der Hals-
wirbelsäule und eigentlichen Beschwerden des Schultergelenkes
differenziert werden, da sich auch ein Bandscheibenvorfall mit
Schulterschmerzen bemerkbar machen kann. Im Schultergelenk
selbst liegt die Problematik meist nicht im Gelenk zwischen dem
Oberarmkopf und der Schulterpfanne, sondern im sogenannten
Subacromialraum. Zwischen dem Schulterdach und dem Oberarm-
kopf befindet sich ein Schleimbeutel, welcher durch eine Entzün-
dung Schmerzen verursachen kann.

Die darunterliegende sog. Rotatorenmanschette (= Muskeln und
Sehnen, die den Arm drehen und zur Seite anheben), kann dege-
nerativ verändert oder entzündet, ja sogar gerissen sein, was sich
ebenfalls mit Schmerzen, welche auch nachts in Ruhe und bei be-
stimmten Bewegungen auftreten, äußert. Eine Kalzifizierung in der
Rotatorenmanschette führt zu Beschwerden im Sinne einer Kalk-
schulter. In Fachkreisen fasst man all diese Symptome unter dem
Begriff Impingementsyndrom zusammen. Seltenere Ursachen sind
rheumatischer Art, oder eine Arthrose im Schultergelenk.

Diagnostik am Schultergelenk
90% aller Diagnosen können allein durch die Befragung des Patien-
ten (Anamneseerehebung) in Verbindung mit einer eingehenden kli-
nischen Untersuchung gestellt werden. Direkt anschließend erfolgt
meist eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) um insbesonders
Entzündungen, Sehnenrisse und weitere Weichteilschädigungen
feststellen zu können. Neben der konventionellen Röntgenaufnah-
me kann eine Kernspintomographie ( MRT ), manchmal auch eine
Computertomographie (CT) indiziert sein.

Die Behandlung von Schulterschmerzen
Nach Unfällen und bei Sportverletzungen ist das Ziel jeglicher Be-
handlung die Wiedererlangung der normalen Funktion und Beweg-
lichkeit des Schultergelenkes. Wie bei jedem Gelenk sollte eine
längere Ruhigstellung vermieden werden. Häufig kann durch eine
operative Behandlung eine frühfunktionelle Nachbehandlung und
somit ein gutes funktionelles Resultat erreicht werden.
Sowohl bei den Verletzungsfolgen, als auch beim chronischen
Schulterschmerz ist eine differenzierte Diagnostik zur Festlegung
der weiteren Therapie entscheidend. An erster Stelle nach der kör-
perlichen Untersuchung steht die Sonographie (Ultraschallunter-
suchung) zur Verfügung. Ohne Strahlenbelastung können die Seh-
nen und inbesonders die Rotatorenmanschette beurteilt werden.
Nach der konventionellen Röntgendiagnostik zeigt uns die Kern-
spintomographie (MRT), ebenenfalls ohne Strahlenbelastung die
einzelnen Strukturen und deren krankhafte Veränderungen exakt.
So kann nach genauer Diagnostik eine meist konservative Thera-
pie, manchmal aber auch sinnvollerweise eine operative Behand-
lung eingeleitet werden.

Bei chronischen Schmerzen verordnen wir Physiotherapie in Verbin-
dung mit einer medikamentösen Behandlung. Häufig kann durch lo-
kale Infiltrationen auch auf Dauer Schmerzfreiheit erreicht werden.
Haben sich die Beschwerden nach einer ca. dreimonatigen adäqua-
ten konservativen Behandlung nicht gebessert, ist auch hier ein ope-
rativer Eingriff angezeigt. Ohne große Schnitte erfolgt eine Arthros-
kopie, gegebenenfalls mit Sehnennaht und oder Entfernung des ent-
zündeten Schleimbeutels. Bei einer Enge im sog. Subacromialraum, kann dieser arthroskopisch erweitert werden. Auch nach offenen Operationen wird das Schultergelenk so wenig lang wie möglich ruhiggestellt, um die normale Funktion baldmöglichst wieder zu erhalten.

Vorbeugung
Wegen der notwendigen muskulären Stabilisierung des Schulter-
gelenkes ist insbesondere bei Sportlern auf einen ausgeglichenen
Muskelaufbau zu achten. Bei bestimmten Sportarten wird meist nur
ein Teil der Muskulatur einseitig trainiert. Dies führt zu muskulären
Imbalancen und kann zu Beschwerden und Sekundärschäden füh-
ren. Wichtig ist hierbei eine qualifizierte Anleitung, insbesondere im
Fitnessstudio, da falsche Übungstechniken mehr schaden als nut-
zen können. Hierbei kommen neben dem Krafttraining bestimmte
Dehntechniken zur Anwendung.

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Orthopädische Chirurgie an der Schulter

Arthrose
Impingementsyndrom
Kalkschulter
Schleimbeutelentzündung
Schlüsselbeinbruch
Schulterluxation
Schulter-Endoprothetik






Anatomie der Schulter

Im Schultergelenk bewegt sich der relativ große
Oberarmkopf in einer relativ kleinen Schulter-
pfanne. Die Stabilität dieses Kugelgelenkes
ergibt sich deshalb aus der Schulterkapsel und
den umgebenden Muskeln und Sehnen. Die
Kapsel wird im Inneren durch Bänder (Ligamente)
und eine meniskusähnliche Struktur (Labrum)
verstärkt. Die in großem Umfang möglichen Be-
wegungen werden aber nicht nur mit dem ei-
gentlichen Schultergelenk, sondern mit dem
gesamten Schultergürtel durchgeführt. Zum
Schultergürtel gehören das Schlüsselbein und
das Schulterblatt, welches muskulär am Brust-
korb aufgehängt ist. Die verletzungsgefährdete
Verbindung zwischen Schulterblatt und Schlüs-
selbein nennt man Schultereckgelenk.

Eine wichtige Struktur, da hier gehäuft Entzün-
dungen auftreten, ist ein Schleimbeutel (Bursa)
zwischen dem Schulterdach und dem Oberarm-
kopf. Die aktiven Bewegungen im Schulterge-
lenk werden durch die Muskeln der sog. Rota-
torenmanschette und dem Schulterkappenmus-
kel gewährleistet. über die Schulter verläuft vorne
bis tief ins Gelenk die Bizepssehne, auch hier
können schmerzhafte Entzündungen oder
Risse entstehen.