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Stosswellenbehandlung

Die Stoßwellenbehandlung wird in der Orthopädie seit über 10 Jah-
ren angewandt. Wesentlich länger schon ist die Anwendung in der
Urologie bekannt, wo mit dieser Behandlungsform ohne Operation Nieren- und Blasensteine durch Zertrümmerung beseitigt werden
können.

Anwendungsgebiet
Am Bewegungsapparat werden besonders Sehnenansatzbe-
schwerden (z. B. Epicondylitis, Tennis- und Golferarm), aber auch
der Fersensporn, Achillessehnen-Beschwerden (Achillodynie), die
Plantarfasziitis (Fußsohlenschmerzen) und die Kalkschulter (Ten-
dinitis calcarea) mittels derStoßwellenbehandlung vielfach erfolg-
reich therapiert.

Wirkung
Das Wirkungsprinzip der Behandlung in der Orthopädie ist noch
nicht bis ins letzte geklärt. Aber man vermutet, dass es durch die
Behandlung zur Förderung von Kapillareinsproßung (kleinste Blut-
gefäße) und damit zur Durchblutungsverbesserung kommt. Außer-
dem werden biochemische Botenstoffe freigesetzt, die Heilungs-
vorgänge beschleunigen können. Auch elektrische Potentialände-
rungen an der Zellmembran spielen wahrscheinlich eine Rolle.

Anwendung
Wir wenden ausschließlich die fokussierte Stoßwellentherapie an,
bei der das derzeit modernste Prinzip der piezoelektrischen Stoß-
wellenerzeugung zur Anwendung kommt. Bei den oben genannten
Indikationen werden normalerweise 3 (- 5) Behandlungen zu je
ca. 2000 Impulsen pro Sitzung notwendig. Die erforderliche, ins
Gewebe eingeleitete Energieflußdichte ist in Abhängigkeit von den
Schmerzen, dem jeweiligen Krankheitsbild und anderer individuel-
ler Parameter frei regelbar und wird während der Behandlung vom
Arzt exakt angepasst.

Mit schwerwiegenden Nebenwirkungen braucht nicht gerechnet zu
werden. In seltenen Fällen kann eine leichte Blauverfärbung durch
eine geringe Blutergußbildung auftreten.



stosswellen

Fokussierte Stoßwellen
entstehen heute entweder durch elektromagneti-
sche oder piezoelektrische Effekte. Bei letzteren
werden Keramikkristalle durch eine elektrische
Hochspannung in Schwingungen versetzt. Es ent-
steht eine spezielle akustische Druckwelle, die
durch eine hohe Amplitude mit plötzlichem Anstieg
und kurzer Pulsdauer charakterisiert ist. Durch die Fokussierung auf einen unter der Körperoberfläche
liegenden Punkt bleibt die Haut des Patienten unbe-
einträchtigt. Die höchste Energieflußdichte wird im
Fokus in tieferen Gewebeschichten, am Ort der Er-
krankung also, freigesetzt.  Der Fokus kann mit der
Hilfe spezieller Applikatoren frei gewählt werden. 

Ballistische (oder radiale) Stoßwellen
entstehen durch den Aufprallimpuls, der quasi von
einem hydraulisch betriebenen Bolzenschußappa-
rat ausgelöst wird. Die höchste Energie wird auf
der Haut freigesetzt. Die Druckwelle breitet sich un-
gerichtet (nicht fokussiert) im Gewebe aus, und ist
bereits nach wenigen Millimetern so stark abge-
schwächt, dass eine messbare Wirkung nicht
mehr vorhanden ist.